Wie im vorherigen Beitrag angekündigt, kommt hier ein konkretes Beispiel zur Fahrradfreundlichkeit hier in Moers und Duisburg, der Radschnellweg 1. Klingt bestechend und man kann auch viele wohlwollende Pressemitteilungen dazu lesen.

Eine Art „A 40 für Fahrradfahrer“ könnte der erste Radschnellweg der Republik sein: der RS1 mitten durch die Metropole Ruhr. Ein Schnellweg für Pendler, Touristen und alle, die sich mit dem Fahrrad schnell auf der Achse zwischen Hamm und Duisburg bewegen möchten.

https://www.radschnellwege.nrw/rs1-radschnellweg-ruhr

So beschreibt die Seite https://www.radschnellwege.nrw/rs1-radschnellweg-ruhr die Idee des Radschnellwegs. Doch wie kommt es, dass ich, obwohl ich öfter mit dem Fahrrad unterwegs bin, noch nie von dem Radschnellweg 1 gehört habe, geschweige denn ihn gesehen oder sogar genutzt habe?

Da hilft ein Blick auf die Wikipedia-Seite klärt dazu auf: Der Radschnellweg Ruhr, kurz RS1, ist ein rund 115 Kilometer langer Radschnellweg von Moers nach Hamm, der sich überwiegend in Planung befindet. In Mülheim ist der längste Abschnit fertiggestellt. Das Tempo beim Baufortschritt war auch Thema des lesenswerten DW Artikels RS1: Radschnellweg im Schneckentempo, der ursprünglich geplante Fertigstellungstermin war 2020.

Aber vielleicht noch ein paar Punkte aus Duisburg und Moers: Hier berichtet Straßen NRW am 24.06.2022 dass eine Planungsvereinbarung mit der Stadt Moers beschlossen wurde. Mit anderen Worten jetzt startet die Planung, mehr als 1 Jahr nach der ursprünglich geplanten Fertigstellung. RP Online schreibt dann auch Radschnellweg soll ab 2025 entstehen. Immerhin scheint jetzt geplant zu sein, dass der RS1 über die Rheinbrücke Neuenkamp, die gerade neugebaut wird um die existierende A40 Brücke zu ersetzen, geführt wird. Die Webseite des RS1 gibt die Streckenführung noch übber die Eisenbahnbrücke zwischen Hochfeld und Rheinhausen an, wie auf diesem Screenshot zu sehen ist:

Zwischendurch hat auch die WAZ berichtet und es kam zu Aussagen wie

  • Duisburg: Radweg an der Hochfelder Eisenbahnbrücke nicht zu realisieren
  • Verantwortung für die weitere Planung ist noch ungeklärt
  • Baubeginn möglicherweise 2022

Jetzt gibt es sicherlich für alle Verzögerungen bei Planung und Bau des RS1 gute Gründe. Trotzdem fällt es mir schwer zu glauben, dass Probleme und Verzögerungen nicht vermeidbar gewesen sein sollen, wenn das Projekt tatsächlich die Priorität von allen Beteiligten gehabt hätte. Mir drängt sich der Eindruck auf, dass die Lokalpolitik dass Farradfahren zwar schon nett findet und sich auch gerne mit solchen Planungen schmückt, gleichzeitig die Projekte aber nicht mit Nachdruck verfolgt und umgesetzt werden.

Ein paar interessante Artikel zu dem Thema: