Man kann nicht umhin, an vielen Ortschildern von Moers auch das Hinweisschild ‚Fahrradfreundliche Kommune NRW‘ zu sehen. Da mir immer wieder verbesserungswürdige Punkte auffallen (ich werde ein paar demnächst hier konkret beschreiben), habe ich versucht herauszufinden, was das eigentlich bedeutet. Wenn ich das richtig verstanden habe, dann nur, dass Moers Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft für fußgänger- und fahrradfreundliche Städte (AGFS) ist (https://www.moers.de/de/wirtschaft/radfahren-in-moers/). Auch auf der Seite der AGFS ist Moers als Mitglied aufgeführt (https://www.agfs-nrw.de/agfs-partner/unsere-mitglieder). Auch Duisburg ist dort Mitglied, auch wenn ich bisher keine entsprechenden Hinweise an den Ortsschildern von Duisburg entdeckt habe.
Aber auf der Seite der AGFS finden sich in einer Aufzählung ganz oben auf der Liste als Vorteile:
- Auszeichnung als fußgänger- und fahrradfreundliche Kommune
- Exklusiver Zugang zu Fördermitteln des Landes NRW
Neben der Auszeichnung also auch Fördergelder. Wenn das aber ohne weitere Vorraussetzung möglich ist, wäre doch sicherlich jede einzelne Kommune und jeder einzelne Kreis hier Mitglied? Und hier habe ich dann die Hinweise zur Mitgliedschaft gefunden (https://www.agfs-nrw.de/fileadmin/agfs-partner/Mitglied-werden/2022-01-Hinweise_zur_Aufnahme_in_die_AGFS.pdf). Die konkretesten Hinweise sind dann:
- ein nahmobilitätsfreundliches Gesamtkonzept vorlegen,
- innovative, effektive und unkonventionelle Wege zur Lösung von Verkehrsproblemen bevorzugen sowie
- kommunalpolitisch deutliche Prioritäten für Nahmobilität setzen.
Immerhin ist Nahmobilität definiert: Unter Nahmobilität versteht
die AGFS alle Arten des nicht motorisierten Verkehrs. Konkretere Informationen habe ich nicht finden können, immerhin müssen die Mitglieder Ausgaben für die Nahmobilität gezielt ausweisen. Alles in allem scheinen die Kriterien für die Aufnahme eher weich zu sein, da ja Fahrradfreundlichkeit gefördert werden soll wäre ein allzu hohe Hürde auch nicht sinnvoll. Trotzdem würde mich interessieren ob es ein Zielbild gibt, und ob da Wegweise, ausreichend breite Radwege, und auch Ampelschaltungen mit Berücksichtigung des Fahradverkehrs dazu gehören.
Für eine Inspiration kann ich nur immer wieder einen Blick in die Niederlande empfehlen. In vielen Punkten hat sich in den letzten Jahren ja auch einiges verbessert, bei Strassenerneuerungen wird auch immer ein Radweg mitgebaut. Da die Erneuerung aber gerne nur eine Kreuzung betrifft, kommt es immer wieder vor, dass Radwege plötzlich enden. Und Radwege werden eben immer nur ‚mit‘-gedacht. Die Führung der Radwege und wie man als Radfahrer dann oftmals links abbiegen soll ist vielerorts frustierend. In den meisten Fällen reicht der Platz kaum für zwei Fahrräder gleichzeitig an der Ampel.
Da auch Rheinberg, Duisburg, Krefeld, Mülheim etc Mitglieder der AGFS sind, werde ich auch alles was mir dort auffällt einfach hier mit aufführen.
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